…als trans*-Identität

trans* ist ein Oberbegriff für Menschen, denen bei der Geburt ein Geschlecht zugewiesen wurde, mit dem sie nicht nicht identifizieren können. Dazu gehören Transsexuelle, Transgender, Transidente, etc.

Menschen, die sich mit ihrem zugewiesenen Geschlecht identifizieren können, nennt man Cisgender[W] oder cis*.

Im deutschen Sprachraum gibt es nur zwei offiziell anerkannte Geschlechter: Weiblich und männlich. Ein Mensch mit neutraler Geschlechtsidentität gehört deswegen automatisch zur trans*-Gruppe, denn um cis* zu sein müsste in der Geburtsurkunde bei Geschlecht ja ebenfalls „neutral“ stehen können. Das ist zwar in manchen Ländern wie Australien und Indien möglich, in Europa jedoch noch nicht. Manche neutrois-Menschen benutzen den Begriff trans jedoch nicht für sich.

Transsexualität

Transsexualität wird oft in Verbindung gebracht mit Operationen[W] und CrossDressing[W]. Das trifft aber nicht auf alle Betroffenen zu. Es ist also nicht so, dass alle neutrois-Menschen ihr Aussehen oder ihren Geschlechtseintrag im Ausweis ändern wollen, um sie ihrer Geschlechtsidentität anzupassen.
Manche aber schon.

Viele trans*-Menschen empfinden nämlich eine Geschlechtsdysphorie. Das bedeutet, dass sie darunter leiden, dass ihr Körper, ihr Aussehen und ihr „offizielles“ Geschlecht nicht mit dem übereinstimmt, wie sie sich selbst empfinden.
Dysphorie ist ein negatives Gefühl, es geht von „ist mir ein bisschen unangenehm“ über „ich ertrage es nicht“ bis hin zu schweren Depressionen und Selbstmordabsichten.
Geschlechtsdysphorie bezieht sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf Kleidung und Frisur, oder darauf, öffentliche Toiletten zu benutzen, oder wenn man mit „Herr XY“ oder „Frau XY“ angesprochen wird.
Eben alles, was mit Geschlecht zu tun hat.

Nicht alle trans*-Menschen erleben die gleiche Art von Dysphorie, und sie kann bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark sein.
Aber wenn Dysphorie vorhanden ist, dann ist es oft sinnvoll, etwas dagegen zu tun.

Menschen mit eher femininem Körper binden dann zum Beispiel ihre Brust ab, damit sie flacher wirkt. Menschen mit eher maskulinem Körper entfernen oder überschminken sich zum Beispiel die Körperhaare.

Es gibt auch endgültigere Massnahmen, beispielsweise das chirurgische Entfernen der Brust, oder das Entfernen der Körperbehaarung mit Laser. Diese Behandlungen sind aber leider sehr teuer, und trotz des seelischen Leidensdrucks werden sie oft nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Community & Support

Es gibt inzwischen recht viele Internet-Nachschlagewerke und Foren, in denen trans*-Menschen sich gegenseitig helfen, Tipps geben und miteinander sprechen. Meistens geht es dort aber nur um binäre Geschlechter. trans*-Menschen mit non-binären Geschlechtern wie neutrois oder agender sind auch dort noch kaum bekannt. Das soll uns aber nicht davon abhalten, diese Ressourcen zu nutzen, denn viele Tipps beziehen sich auf Probleme mit dem zugewiesenen Geschlecht, und das kann ja auch bei uns nur männlich oder weiblich sein.
Das gleiche gilt auch, wenn man sich als Freund oder Verwandter eines geschlechtsneutralen Menschen informieren möchte.